Title: Schwäbische Kehrwoche: Diese 5 Insider-Tipps sollten Sie kennen
Author: RegioHelden
Published: 21. Mai 2021
Last modified: 7. Februar 2024

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# Schwäbische Kehrwoche: Diese 5 Insider-Tipps sollten Sie kennen

 Veröffentlicht am 21. Mai 20217. Februar 2024

Der Begriff Kehrwoche kann bei Nicht-Schwaben irrtümlich den Eindruck erwecken, 
es handele sich lediglich um eine Woche im Jahr, in der gekehrt werden müsse. Weit
gefehlt! Denn** Kehrwoche ist immer **– nur die zuständigen Nachbarn wechseln sich
mit dem Dienst ab. Was bei einer Kehrwoche alles anfällt und welche **ungeschriebenen
Gesetze** hierbei gelten, erfahren Sie in unseren 5 Insider-Tipps!

## Erstens: Die Kehrwoche ist schwäbische Tradition

Möchten Sie ein echter Schwabe sein? Dann kommen Sie um die Kehrwoche nicht herum!
Auch wenn nicht jeder von der Verpflichtung begeistert ist, so hat sie doch eine
langjährige Tradition und geht bis ins **15. Jahrhundert **zurück. Zu dieser Zeit
türmten sich nämlich noch Abfallberge am Straßenrand, bis der **erste Herzog von
Württemberg** beschloss, für schwäbische Sauberkeit zu sorgen. 

Also befahl er allen Stuttgartern, von nun an den Müll aus der Stadt zu bringen 
und **einmal in der Woche die Wege **vor dem Eigenheim** zu kehren**. Heute hat 
sich die Kehrwoche auf ganz Schwaben ausgedehnt. In Mehrparteienhäusern übernimmt
oftmals auch ein **professioneller Reinigungsdienst **die Arbeit. 

## Zweitens: Die Kehrwoche steht im Mietvertrag

Genau genommen kommen Sie nicht nur der Tradition wegen, sondern alleine schon wegen
Ihres Mietvertrags nicht umhin, die Kehrwoche zu machen. Denn diese ist im Mietvertrag
verankert und in ihren Einzelheiten definiert. Meist hängt in **Mehrfamilienhäusern**
im Eingangsbereich ein **Kalender **mit dem Hinweis, welcher Nachbar oder welche
Nachbarin gerade verantwortlich ist. 

Damit wirklich keine Missverständnisse entstehen, finden sich an den Türen zu den
einzelnen Wohnungen **Schilder**, die von Woche zu Woche weitergegeben werden. An
diesen ist klar zu sehen, wer aktuell für die** Sauberkeit in und um das Gebäude**
zuständig ist. 

## Drittens: Es gibt die kleine und die große Kehrwoche

Als wäre eine Kehrwoche nicht genug, gibt es in vielen Häusern mit mehreren Parteien
sogar zwei verschiedene: eine kleine und eine große. Damit Sie nicht zu viel, aber
auch nicht zu wenig tun, sollten Sie in Ihrem Mietvertrag nachsehen, was jeweils
zu tun ist. Meist umfasst die **kleine Kehrwoche **die Reinigung des **Flurs **vor
der eigenen **Eingangstür **sowie den **Treppenabschnitt **zum nächsten darunterliegenden
Stockwerk. 

Die **große Kehrwoche **ist etwas umfangreicher und fällt meist in einem großzügigeren
Rhythmus an. Hängt das Schild an Ihrer Tür, sind Sie in dieser Woche für die Sauberkeit
der **Kellertreppe**, des **Hauseingangs**, des **Gehwegs **und der **Gemeinschaftsräume**
zuständig. In manchen Mietverträgen ist sogar vorgeschrieben, ob nur gekehrt oder
auch nass gewischt werden muss.

## Viertens: Monate mit einem R sind besonders wichtig

Es ist ein ungeschriebenes, aber doch allgemein bekanntes Gesetz, dass Monate mit
einem R für die Kehrwoche besonders wichtig seien. Nicht ohne Zufall sind das **
Januar, Februar, März, April, September, Oktober, November **und **Dezember** – 
die Herbst- und Wintermonate. In dieser Zeit wollen Gehwege und Straßen von herabgefallenen
Blättern und Laub oder sogar von Schnee und Eis befreit werden. 

## Fünftens: Kehren Sie an einem Samstag

Unser wichtigster Insider-Tipp gilt allerdings Ihrem persönlichen Ansehen in der
Hausgemeinschaft. Deshalb legen wir Ihnen nahe: Erledigen Sie Ihre Pflichten an 
einem Samstagvormittag. Dann ist die Chance am größten, dass Sie **von anderen Mitbewohnern
und Mitbewohnerinnen beim Kehren gesehen **werden und anerkennende Blicke für Ihre
Fleißarbeit ernten. Das tut nicht nur Ihnen, sondern auch dem Frieden in der Nachbarschaft
gut!

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